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Die Arbeed gGmbH wird liquidiert und stellt ihren betrieb zum 31.12.2011 ein!
Sehr geehrter Damen und Herren,
die Firma Arbeed gGmbH wird aufgelöst und wird die Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen nur noch bis zum 31.12.2011 durchführen. Die Möbelhalle ist bereits zum 31.10.2011 geschlossen worden. Die Metall- und Holzwerkstatt werden zum 31.12.2011 eingestellt.
Die Gesellschafterversammlung hat feststellen müssen, dass eine wirtschaftliche Weiterführung des Betriebs nicht mehr gesichert ist und beschlossen, die Gesellschaft zum 30.09.2011 aufzulösen. Danach wird Herr Rechtsanwalt Roland Kogge als Liquidator die ordnungsgemäße Abwicklung leiten.
Arbeed besteht in diesem Jahr 25 Jahre.
Aus der Selbsthilfewerkstatt für Wohnungslose mit acht unbezahlten Beschäftigten in einem Hinterhaus in Linden ist eine gemeinnützige Gesellschaft geworden, die rund zehn feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bis zu 80 Teilnehmer an Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen beschäftigt. Die Möbelhalle ist durch Ihre Umzugs-, Räumungs- und Möbelangebote erfolgreich. Die Metallwerkstatt und die angeschlossene Fahrradwerkstatt bieten gute Ausbildung im Schlossereibereich. Die Tischlerwerkstatt mit ihrer umfangreichen Ausstattung ermöglicht die Herstellung und Bearbeitung handwerklich hochwertiger Werkstücke.
Nachdem Arbeed in den 25 Jahren seit der Vereinsgründung immer um die notwendigen öffentlichen Mittel zur Finanzierung der Maßnahmen und der notwendigen qualifizierten festen Stellen kämpfen und bangen musste, ist leider nicht mehr zu gewährleisten, dass der Betrieb auch 2012 noch wirtschaftlich weiter geführt werden kann. Es hat sich schon in den letzten Jahren gezeigt, dass mit einem nur bis zur Hälfte öffentlich getragenen, auf gemeinnützige und zusätzliche Leistungen begrenzten Betrieb, die notwendigen geschäftlichen Erlöse nicht zu erzielen sind.
Arbeed wollte Menschen, die den Boden unter den Füßen verloren haben, einen Schutzraum geben, in dem sie eine Motivation zu kontinuierlicher Arbeit entwickeln können. Langfristig sollten für diese Menschen tariflich bezahlte und sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse entstehen. Vielen Menschen hat Arbeed diesen Schutzraum geben können. Tariflich bezahlte und sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse sind in den letzten 25 Jahren allerdings weder bei Arbeed noch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zusätzlich entstanden. Vielmehr haben die prekären Arbeitsverhältnisse ohne Tarif, befristet und in Teilzeit unter ungeschützten Bedingungen erheblich zugenommen. Sozialer Abstieg ist auch durch Arbeit möglich geworden. Damit haben sich die gesellschaftlichen Bedingungen so verändert, dass der Raum für Arbeed zu eng geworden ist.
Die hervorragende Mitarbeit der Teilnehmer unserer Maßnahmen, der Sozialpädagogen, der Meister und Anleiter, der Verwaltung und Geschäftsführung, auch über die vorhandenen Kräfte hinaus, beweist jedoch die Notwendigkeit und Unentbehrlichkeit eines Schutzraums im Sinne der Ziele von Arbeed. Es ist dringend zu wünschen, dass eine Nachfolge in anderer Form möglich gemacht wird.
Wir danken für Ihr Vertrauen, die gute Zusammenarbeit und Unterstützung.
Mit freundlichen Grüßen
RA Roland Kogge
